Offener Brief





Wien, am 31.10.1997

An den
Bundesparteivorstand der SPÖ
Löwelstraße 18
1014 Wien




Liebe Genossinnen und Genossen!



Bei vielen Mitgliedern und SympathisantInnen unserer Partei stößt die Absicht der SPÖ, sollte der derzeit amtierende Bundespräsident sich zu einer weiteren Kandidatur zur BundespräsidentInnenwahl entschließen, diesen zu unterstützen und auf eine(n) eigene(n) Kandidatin bzw. Kandidaten zu verzichten, auf Unverständnis und Ablehnung.

In Übereinstimmung mit diesen weitverbreiteten Haltungen fordert die <"Initiative für eine sozialistische Politik der SPÖ" die Durchführung einer Urabstimmung unter den Mitgliedern der SPÖ, mit der Gelegenheit gegeben werden soll, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Soll die SPÖ jedenfalls eine(n) Kandidatin oder Kandidaten zur BundespräsidentInnenwahl aufstellen, ja oder nein?
  2. Welche Persönlichkeiten sollen kandidiert werden?

Eine derartige Vorgangsweise würde die Diskussion um eine geeignete, der Würde des Amtes ensprechende Persönlichkeit beleben und vertiefen und die innerparteiliche Demokratie stärken.

Die "Initiative für eine sozialistische Politik der SPÖ" würde im Falle der Unterstützung von Dr. Klestil durch die SPÖ nur dazu aufrufen, Klestil nicht zu wählen. Angesichts der Äußerungen von Dr. Klestil zur Neutralität und seiner Befürwortung eines Beitritts Österreichs zur NATO sehen wir in ihm keinen geeigneten Kandidaten für das höchste Amt in unserer Republik.

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