Österreich im Abseits?
(Außenpolitik - Neutralität NATO - Entwicklungszusammenarbeit)
Das Ende des Kalten Krieges hat die Illussion genährt, daß nun die Welt in ein Zeitalter des Friedens und des Fortschritts eintreten werde. Dem ist nicht so, im Gegenteil. An der Wende zum 21. Jahrhundert zeichnen sich neue Konfliktlinien ab, ist der Friede keineswegs gesichert. Regionalkonflikte entzünden sich wie Lauffeuer. Spannungen zwischen Nord und Süd auf dem Hintergrund wachsender Wohlstandsunterschiede nehmen zu und zwischen den kapitalistischen Zentren Nordamerika - Europa - Asien tobt ein Wirtschaftskrieg um die Hegemonie auf dem Weltmarkt; die Abrüstungsbemühungen stagnieren... Mehr denn je ist weltweit Friedenspolitik und Kooperation eine Zukunftsaufgabe.
Die SPÖ muß dieser Herausforderung gerecht werden, eine aktive Friedens-, Entwicklungs- und Neutralitätspolitik vertreten und so zu einer menschenwürdigen und friedlichen Welt beitragen. Sicherheit ist heute nicht nur eine Frage militärpolitischer Dimensionen, sondern hat ökologische, soziale, ökonomische und andere Komponenten. Die SPÖ darf keinesfalls einem NATO-Beitritt Österreichs zustimmen und muß eine aktive Neutralitätspolitik verfolgen.
Zweimal wurden Österreicher gezwungen, zu den Waffen zu greifen. Zweimal haben Militaristen Europa in Blut und Asche versinken lassen. Nicht die Neutralität, sondern das militärische Konzept der Stahlhelmfraktion sind die Saurier! Die SPÖ muß als Teil einer aktiven Friedenspolitik der Entwicklungszusammenarbeit erhöhte Bedeutung beimessen. Sie ist gelebte internationale Solidarität. Sie wird sowohl von den österreichischen als auch vor allem von den Opfern des neoliberalen Kapitalismus in der sogenannten Dritten Welt dringend gebraucht. Im Sinne der Wiedergewinnung des Primats in der Außenpolitik fordern wir die SPÖ auf, die in den folgenden Punkten niedergelegten Grundsätze politisch umzusetzen:
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