Zehn Jahre Initiative für eine sozialistische Politik.
Zehn Jahre sind nicht genug!
Angesichts der katastrophalen Folgen des
globalisierten Kapitalismus für die Menschheit und die außermenschliche
Natur, des erneuten Verkommens der Ökonomie zu einer
Bereicherungswissenschaft für Wenige, der wachsenden Armut und
Perspektivlosigkeit von Milliarden von Menschen, ihrer Flucht vor
Hunger und Kriegen, der Vergeudung von Ressourcen für die Rüstung
und des von Menschen verursachten Klimawandels ist eine radikale ökonomische,
soziale, ökologische, kulturelle gesellschaftliche Alternative zum
Kapitalismus zu suchen und durchzusetzen.
Für die isp
ist der Sozialismus diese notwendige Alternative und auf nationaler
Ebene die SPÖ und die Gewerkschaften – trotz ihrer vielen
Widersprüche - als die zunächst best geeigneten Instrumente.
Die isp hat
sich seit ihrer Wiedergründung 1997 bemüht – u.a. mittels
Presse- und Themenkonferenzen, Anträgen, Themenpapieren,
Resolutionen und Diskussionen – mit solidargesellschaftlichen Ansätzen
eine sozialistische Politik zu initiieren, die Widersprüche der
neoliberalen Wirtschaftspolitik offen zu legen und den Täuschungsmanövern
der vom Kapital abhängigen Medien entgegenzutreten. Die zunehmende
Übernahme neoliberaler Konzepte durch die SPÖ hat uns 1997
zusammenfinden lassen. Wir haben versucht, den von Blair und Schröder
innerhalb des kapitalistischen Systems als sozialdemokratisches
Krisenlösungsmodell propagierten „Dritten Weg“ einer „Neuen
Mitte“ entgegenzuarbeiten. Gemeinsam, d.h. in inhaltlicher
Abstimmung und Verflechtung mit anderen Organisationen, wie SPÖ-Sektionen,
PKJ, FSG, SJ, JG, VSSTÖ, Freiheitskämpfer, ACUS, ATTAC, „mitbestimmung“
und andere, wollen wir weiter für eine sozialistische Politik der
SPÖ eintreten und, mit der Wiederbelebung
der Sozialistischen Internationalen, eine weltweite klassenlose
Solidargesellschaft erkämpfen.
Zehn Jahre Initiative
haben uns große Erfahrungswerte gebracht. Aus diesen Erfahrungen
und den historischen Erkenntnissen der sozialistischen Bewegung
heraus werden wir weiter den Lichtkegel der Erkenntnis, basierend
auf den Theorien des wissenschaftlichen Sozialismus, auf den
totalitären Charakter des Kapitalismus richten und die von Rosa
Luxemburg aufgeworfene Frage „Barbarei oder Sozialismus“
stellen.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahren von
schwarz-blau-oranger Politik, die das österreichische Modell des
intervenierenden Sozialstaats durch den neoliberalen Fleischwolf
faschierte, die zum autoritären Staat tendierte und
marktkonformes Bürgerverhalten zum Ziele hatte, befürchten wir,
dass diese Politik auch unter der neuen SPÖ-ÖVP Regierung nicht
abgeschlossen ist. Wir lehnen die Transformation des Staates in ein
Disziplinierungsinstrument im Namen eines vorgeblichen Sachzwanges
der Profitmaximierung ab. Die derzeitigen Diskussionen innerhalb und
außerhalb der SPÖ über gesellschaftspolitische Probleme und
Deformierungen offenbaren den tagespolitischen Zeitgeist und den
Mangel an theoretischem Wissen über gesellschaftliche, ökonomische,
soziale und ökologische Zusammenhänge. Aus dieser Position heraus
wird es für die SPÖ immer schwieriger, ihrer eigentlichen
historischen Aufgabe nachzukommen: dem Streben nach einer
Gesellschaft in Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Demokratie,
Frieden und Gleichheit, dem Streben nach der sozialen Demokratie, in
der die Menschen ‑
statt sich vom Kapital (mehr oder weniger) vollbeschäftigt
ausnehmen zu lassen ‑ in Würde und Freiheit durch ihre Arbeit
demokratisch miteinander in Verbindung treten können.
Zehn Jahre Initiative
sind nicht genug. Bleiben wir der historischen Aufgabe unserer
Bewegung treu und kämpfen wir gemeinsam weiter für eine
sozialistische Politik der SPÖ!
Freundschaft!
Wien, April 2007
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